Welcher Schutzgasschweißprozess eignet sich für mein Projekt

Da oft die Frage aufkommt, welcher Schweißprozess sich für welches Projekt eignet, beginne ich mal mit den Basics des Schutzgas-Schweißens:

  1. Unter dem Begriff Schutzgasschweißen wird folgendes subsumiert:
    -WIG (Wolfram-Inertgas-Schweißen) oder TIG (Tungsten-Inertgas-Welding=engl.)
    -MAG/MIG (Metall-Aktivgas-/Metall-Inertgas-Schweißen)

Also alle Schweißgeräte die wir in der Werkstatt haben, sind zum Schutzgasschweißen (lassen sich aber auch auf Elektroden-Schweißen umrüsten, das ist aber ein anderes Thema).

  1. MAG/MIG-Schweißen ist sehr rasch erlernbar. Es ist auch die ökonomischere Variante, weil’s einfach schnell geht. Die Elektrode, mit der wir den Lichtbogen erzeugen, ist bereits der Zusatz, den wir zum Verbinden zweier Metalle benötigen. Die Zugabe dieser scheinbar endlosen, abschmelzenden Elektrode, die von einer Spule aus der Maschine geschoben wird, wird von unserer Stromquellle (Schweißgerät) automatisiert.
    Der Schweißprozess eignet sich für Stahl und, wenn die Maschine auf MIG umgerüstet wird, was einige Zeit in Anspruch nimmt, auch für Nichteisenmetalle wie Aluminium, Kupfer, Titan, etc.

  2. WIG-Schweißen ist grundsätzlich immer eine gute Wahl, weil die Schweißnähte die höchst mögliche Qualität aufweisen, feiner gearbeitet werden kann ( Verschweißen von Kleinteilen) und beinahe alle Werkstoffe mit dem Inertgas (Edelstähle, Baustähle, Aluminium,…) verschweißt werden können.
    Jedoch muss dieser Schweißprozess gelernt sein, da der Draht per Hand selbst zugefügt wird. Dadurch ergibt sich aber auch der Vorteil, dass, wenn ihr mal keinen Baustahl verschweißen wollt, ihr euch ganz einfach den passenden Zusatz nehmt, und ihr könnt direkt losstarten. Wenn Ihr euch an etwas Besonderem versuchen wollt, wie z.B. Messing, könnt Ihr euch vorher ein paar verschiedene Drähte besorgen und diese testen. Das geht bei einer Spule natürlich nicht so leicht.
    Mit ein bisschen Übung lernt Ihr das WIG-Schweißen auch, also nur Mut!

Kurz nochmal auf den Punkt gebracht- je nachdem welchen Werkstoff ihr verarbeiten wollt, wie fein das Ergebnis aussehen soll, oder wie umfangreich euer Projekt ist, wählt ihr den passenden Schweißprozess und den Zusatz aus.

Falls ihr noch keine Erfahrung habt mit den jeweiligen Verfahren, könnt ihr unsere technischen Workshops besuchen, wie WIG- und MAG- (oder auch Elektroden) Schweißen, von denen einer pro Monat angeboten wird (d.h. 1 Monat WIG, 1 Monat MAG, 1 Monat Elektroden).
Hier der Link zu unserem Workshop-Programm:

Alles Gute für eure Projekte und bis bald in der Werkstatt,
Tatjana